Gedanken zum Monat

Fastnachtsbeichte

Nun ist sie wieder da: Die 5. Jahreszeit, die Fastnacht!
Wofür steht diese Zeit: Ausgelassene Lebensfreude, mit einer Vielzahl an Ritualen, feiern. Mal so richtig auf die Pauke hauen und mit dem Schutz der Maske das sagen, wozu das ganze sonstige Jahr über der Mut fehlt, oder eine andere Person sein, einem anderen Charakter Raum geben, gehört ebenfalls dazu.

Mit dem bunten Fastnachtstreiben in Mainz als Rahmen hat Carl Zuckmayer mit der „Fastnachtsbeichte“ eine Novelle geschrieben, die eine Fülle der Facetten von Wünschen, Sehnsüchten, aber auch Begehren und Grenzübertritten beschreibt.

Wo in der Fastnacht das Tragen einer Maske von sozialen Grenzen und Normen befreit, verhält sich dies mit den im Alltag zu verschiedensten Anlässen, ob am Arbeitsplatz, im Verein, gar in der Familie, getragenen Masken anders: Hier besteht die Gefahr der Täuschung und der Selbsttäuschung. Es entsteht hinter dieser Verkleidung ein Sumpf, ein Gewirr an Verstrickungen von Moral, Erwartungen und Überhöhungen, woraus es kaum mehr ein Entrinnen gibt. Meisterhaft hat Carl Zuckmayer dies in der „Fastnachtsbeichte“ zu Papier gebracht.

Am Aschermittwoch ist nicht, wie es in einem Fastnachtslied heißt, alles vorbei, im Gegenteil:
Dieser Tag bietet sich in besonderer Weise an innezuhalten, die eigene(n) Maske(n) abzulegen und darüber nachzudenken, wer ich wirklich bin und sein darf, und mir mit dem Satz aus der frohen Botschaft Jesu Christi in Erinnerung gebracht wird:
„Kehre um und glaube an das Evangelium.“

Helau!
Ihr Winfried Hubach-Federbusch (Diakon)