Gedanken zum Monat

Wir bleiben in Verbindung

"Solidarität" bezeichnet eine Haltung der Verbundenheit und des Zusammenhalts. Wir verstehen darunter auch das "Zusammenstehen" von Menschen, das Aufeinanderzugehen. Wie ist denn Solidarität in diesen Tagen zu leben, wenn wir gar nicht mehr zusammenrücken dürfen?

Wie geht das?

Als gestern die Nachricht in der Tagesschau kam „Gottesdienste sind verboten“ hat mich ein richtiger Schauer durchzogen. Das klingt drastisch – und das ist es auch. Plötzlich gibt es den Ort nicht mehr, der uns so vertraut ist: um gemeinsam zu beten, zu singen, zu schweigen und sich auszutauschen. 

So viel Neuigkeiten und Veränderungen den Tag über. Abends sieht meistens alles anders aus als morgens. Ich habe in den letzten Tagen Solidarität auf sehr kreative Weise erlebt: 

  • Viele Menschen bieten ihre Hilfe an.
  • Im Internet habe ich einen „Wohnzimmergottesdienst“ mitfeiern können.
  • Mutmachende Texte und Gebete werden geteilt.
  • Vor einer Haustür sah ich eine gefüllte Einkaufstasche stehen.
  • Die vielen Gebete für Menschen, die sich in diesen Tagen unermüdlich für andere einsetzen.
  • Und in der JVA wollten mir die Frauen Mehl mitgeben, weil sie in den Nachrichten gehört und gesehen haben, dass es das in den Regalen wohl nicht mehr gibt.

All das ist wie eine Kerze, die entzündet wird. 

Hören wir nicht auf damit, greifen wir zum Telefon, sprechen wir miteinander und beten wir füreinander. 

Ich bin dankbar für die vielen kleinen Denkanstöße und Mutmacher. Und gerade schickt mir ein lieber Mensch dieses Lied:

Keinen Tag soll es geben, da Du sagen musst, niemand ist da, der mir die Hände reicht.

Keinen Tag soll es geben, da Du sagen musst, niemand ist da, der mit mir Wege geht.

Keinen Tag soll es geben, da Du sagen musst, niemand ist da, der mich mit Kraft erfüllt.

Keinen Tag soll es geben, da Du sagen musst, niemand ist da, der mir die Hoffnung stärkt.

Keinen Tag soll es geben, da Du sagen musst, niemand ist da, der mich mit Geist beseelt.

Keinen Tag soll es geben, da Du sagen musst, niemand ist da, der mir das Leben schenkt.

Und der Friede Gottes, der höher ist als unsre Vernunft, der halte unsren Verstand wach und unsre Hoffnung groß und stärke unsre Liebe.

Nutzen wir alle Verbindungswege, die uns zur Verfügung stehen, um „in Verbindung zu bleiben“. 

Angelika Röde (Gemeindereferentin)