Gedanken zum Monat

„Der Engel des Herrn …“

bete ich öfters: in der Unterbrechung des Alltags, in einer Andacht, an Marienfesten. Das Gebet des Angelus beinhaltet die meditative Betrachtung der Menschwerdung Gottes, der die Verkündigung des Erzengels Gabriel an Maria vorangeht. Seine drei Sätze erinnern an Rolle und Haltung der Mutter Jesu in der Menschwerdung Gottes, und zugleich erinnern sie Kernaussagen unseres Glaubens. Ich bete es gern, zur Unterbrechung, zur Erinnerung, zur Vergewisserung.

Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft, und sie empfing vom Heiligen Geist: die frohe Botschaft Gottes, gebracht, angeboten, durch Engel, Menschen, die wie Engel sind, getragen vom Geist Gottes, voller Zutrauen Gottes in den Mensch.

Maria sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort: das wohl bedachte, entschiedene Ja Mariens zu dieser Botschaft, an der sie ganz persönlich Anteil hat, unser Ja zur Mitwirkung an der Umsetzung der Botschaft Gottes, mit allen Auswirkungen.

Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt: die Botschaft Gottes ist real, trifft ins eigene Leben, bewegt und richtet aus, zum Gottessohn, der im Mitmenschen leibhaftig ist.

Ich lade ein, mit dem Schlussgebet des Angelus in den Marienmonat Oktober zu gehen - erinnernd, vergewissernd: Allmächtiger Gott, gieße deine Gnade in unsere Herzen ein. Durch die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt. Führe uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. 

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Diakon Norbert Koch
Pfarrgemeinde Liebfrauen