Wort zum Monat

 

„Wenn wir das Leben teilen ...“

sagt das bekannte Lied, „wenn wir das Leben teilen wie das täglich Brot, wenn alle, die uns sehen, wissen: Hier lebt Gott!“ Ein Lied über einen Kern unseres Glaubens, besonders in der Zeit von Erntedank: Danke für und Teilen der Gaben, im Leben und im Glauben.

Eine besondere Verdichtung dieses Gedankens schenkt mir das Korb- Mosaik in der Kirche in Tabgha am See Genezareth, dem Ort der wunderbaren Brotvermehrung: Jesus nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern; die Jünger aber gaben sie den Leuten und alle aßen und wurden satt. Und sie sammelten die übrig gebliebenen Brotstücke ein, zwölf Körbe voll. (Mt 14,19.20)

Schauen wir in den Korb im Mosaik nach den Broten: halt, es sind nur vier dargestellt! Wo ist das fünfte? Die eindrucksvolle Deutung gab mir einer der Benediktiner, die diesen Ort geistlich betreuen. Er sagte: das fünfte Brot ist Jesus selbst, er, der den Tabernakel des Korbes verlässt, er, der immer bei den Menschen ist. Und es sind wir selbst, wenn wir ihm nachfolgen, die Frohe Botschaft Gottes bezeugen und mit den Menschen teilen, Leben und Glauben.

„Wenn wir das Leben teilen wie das täglich Brot, wenn alle, die uns sehen, wissen: Hier lebt Gott!“ Ein frohes und gesegnetes Erntedankfest!

Diakon Norbert Koch
Pfarrgemeinde Liebfrauen